Ortsteil Remplin - Geschichte & Kultur Drucken E-Mail

Im Jahr 1283 wurde Remplin erstmals urkundlich erwähnt. Der Eigentümer war zu dieser Zeit der Pommersche Bischoff von Cammin. Von prägender Bedeutung für die Entwicklung der Ortschaft war die Adelsfamilie Hahn, in deren alleinigem Besitz sich Remplin seit 1425 befand. Dies sollte bis zum Jahr 1816 so bleiben.

Ab ca. 1700 begann Lewin Ludwig III. Hahn mit dem Ausbau des Rempliner Herrenhauses zu einem der bedeutendsten Rittersitze Mecklenburgs. Fortgeführt wurde diese Entwicklung durch seinen Sohn Klaus Ludwig, der das Renaissanceschloss mit beiden Seitenflügeln weiter aufbaute, einen Torturm errichtete und einen barocken Garten nach holländischen Vorbild anlegen ließ. Friedrich II. Hahn, welcher seit 1779 Eigentümer Remplins war, machte den Ort durch seine wissenschaftlichen Arbeiten (ein von ihm entdeckter Mondkrater trägt heute noch seinen Namen) auch weit über die Grenzen des Landes hinaus berühmt. Er veranlasste 1792 den Bau eines Observatoriums im südlichen Teil des Parkes und fügte 1801 einen vierstöckigen Turm mit Drehkuppel hinzu.

Sein Sohn Carl Friedrich von Hahn, der als Theatergraf in die Geschichte einging, übernahm sein Erbe. Er ließ ein prunkvolles Theater mit 700 Plätzen durch Umbau der 1780 errichteten Glashütte entstehen. Doch seine Leidenschaft für das Theater trieb die Familie schließlich in den wirtschaftlichen Ruin, was 1816 zum Zwangsverkauf Remplins an den Fürsten Georg Wilhelm von Schaumburg-Lippe führte.

1848 gelangte das Gut dann in den Besitz des Barons von Maltzahn, der es schon kurz darauf, im Jahr 1851, an Georg Herzog zu Mecklenburg-Strelitz weiter verkaufte. Unter ihm wurde der Park durch Peter Joseph Lennè zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Bis 1940 lebte die Familie Mecklenburg-Strelitz in Remplin. Ein verheerender Brand in der Nacht des 10./11. Aprils 1940 vernichtete das Schloss fast vollständig, nur ein Teil des Nordflügels blieb erhalten. Die Brandursache wurde nie geklärt, und die Familie des Herzogs zog nach Berlin.

Nach Ende des zweiten Weltkrieges kam es durch die Bodenreform auch in Remplin zu einer ähnlichen Entwicklung wie in den anderen Gemeinden. Es wurde ein LPG gegründet und industriemäßige Produktionsmethoden in der Pflanzen- und Tierproduktion eingeführt.

Anfang der 1970er Jahre errichtete man auf den Grundmauern des Südflügels des Rempliner Schlosses eine neue Schule, welche bis ins Jahr 1999 genutzt, auf Grund der sinkenden Kinderzahlen dann aber nicht weiter betrieben werden konnte.

Nach der politischen Wende setzte sich die Gemeinde für eine geordnete Entwicklung ein und sorgte beispielsweise mit dem Bau von Abwasseranlagen in Retzow und Remplin für eine Verbesserung der Infrastruktur. Auch der ländliche Wegebau trug dazu bei, die Wohnqualität für die Einwohner erheblich zu steigern.

Probleme gibt es allerdings noch bezüglich des Grundstücksverkehrs, da die Rückübertragungsansprüche der Herzöge zu Mecklenburg-Strelitz noch nicht endgültig entschieden sind. Diese verzögern den Beginn geplanter Bauvorhaben, wie z.B. das Wohngebiet um die Kirche Remplin.