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Gemeinde Gielow würdigt das Ehrenamt


Am 17. Februar wurden im Gielower Bürgerhaus zahlreiche Bürgerinnen und Bürger für ihr ehrenamtliches Wirken in der Gemeinde geehrt. Hier nun die Rede des Bürgermeisters  vom "Tag des Ehrenamtes" in Gielow 2017.

Rede zum „Tag des Ehrenamtes“ 2017

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Gielow,
ich freue mich, Sie am heutigen Abend bereits zum dritten Mal im Namen der Gemeindevertretung und meinem persönlichen Namen anlässlich des Tages des Ehrenamtes recht herzlich begrüßen zu können: So langsam kann man sagen; dass diese Veranstaltung zur Tradition in unserer Gemeinde geworden ist und dies ist eine sehr schöne Tradition, wie ich finde!



Das ehrenamtliche Wirken von vielen Bürgern zum Wohle der Gemeinschaft und der hohe persönliche Einsatz in ihren Vereinen und Organisationen soll an diesem Abend gewürdigt werden. Ob im Vorstand eines Vereins, als jahrelanges zuverlässiges Mitglied in einem Zirkel, als hilfsbereiter Nachbar oder als Bürger der sich über seinen Gartenzaun hinweg für Ordnung und Sauberkeit im Dorf einsetzt, ohne dieses Engagement wäre das Leben im Dorf nicht so attraktiv und lebenswert, wie es in Gielow ist. Dafür möchten sich die Gemeindevertreter und ich mich an diesem Abend bedanken.

Die Vorschläge für die Ehrungen kamen auch in diesem Jahr wieder aus der Gemeindevertretung sowie von den Vorständen einzelner Vereine, Zirkel, Verbände und Organisationen! Es sind Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde, die nicht immer in der ersten Reihe stehen und dennoch für ihre Vereine und sonstigen Verbände unentbehrlich sind!

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", formulierte einst Erich Kästner in seiner lakonisch treffsicheren Art. Den Menschen, die etwas Gutes tun, beziehungsweise dem Guten, das durch ehrenamtliche Tätigkeit entsteht, ist der heutige Tag gewidmet. Er will ins Bewusstsein rücken, was ehrenamtliche Tätigkeit für unsere Gesellschaft und die Demokratie bedeutet und die Leistungen der vielen Menschen würdigen, die im Stillen wirken.

Ich freue mich, Sie zu dieser Veranstaltung, zu unserem „Tag des Ehrenamtes“ begrüßen zu dürfen. Wahrscheinlich haben sich einige, die eine Einladung erhalten haben, gefragt, was für einen Sinn ein „Tag des Ehrenamts“ hat. Wer nimmt sie überhaupt wahr und was können sie bewirken?

Nun, was den „Tag des Ehrenamtes“ angeht, da gibt es eine einleuchtende Antwort: Er rückt die Tätigkeit von Menschen ins Scheinwerferlicht, die von ihrem Wirken nicht viel Aufheben machen. Er lenkt den Blick auf Bürgerinnen und Bürger, die einfach etwas tun, ohne, wie heute vielfach üblich oder nötig, dafür die Werbetrommel zu rühren und ohne irgendwelche Vorteile daraus zu ziehen. Und wenn wir uns einmal kurz vorstellen, wie unsere Gesellschaft ohne ehrenamtlich Tätige im sozialen und politischen Bereich, sowie im Vereinswesen aussähe, dann wird sogleich klar, wie wichtig diese Freiwilligenarbeit ist. Der „Tag des Ehrenamtes“ wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und heißt wörtlich übersetzt "Internationaler Tag der Freiwilligen". Ich erwähne das deshalb, weil der Begriff "Freiwilligenarbeit" heute vielen Beteiligten lieber ist und die Sache auch besser trifft!

Beim Thema „Ehrenamt“ ist die Rede von Bürgerinnen und Bürgern, die sich für ihre Mitmenschen oder eine ihnen wichtige Sache einsetzen. Ihnen darf ich unser aller Anerkennung und Dank für Ihr Wirken aussprechen!

Jeder dritte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich - zu diesem Ergebnis kam eine Erhebung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von 1999. Diese Statistik trifft auch für die Gemeinde Gielow zu, sind doch ca. 400 Bürgerinnen und Bürger in den verschiedenen Vereinen, Verbänden, Organisationen und Zirkeln organisiert.

Selbstverständlich gibt es weiterhin die ehrenamtlich Tätigen, die wir seit Jahrzehnten kennen: die Vorsitzenden der Freizeitvereine, die Schöffen, die in Kirchengemeinden oder Wohlfahrtsverbänden Wirkenden, die Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr oder einer Partei. Hinzu kommen, auch in unserer Gemeinde, die neuen Freiwilligen. Sie gehen weniger in bestehende Organisationen, sondern entwickeln mehr eigene Projekte. Sie ergreifen selbst die Initiative, um als Bürger für Bürger aktiv zu werden. Sie organisieren beispielsweise Nachbarschaftshilfe oder schließen sich mit Menschen mit gleichen Interessen zusammen, wie im Karnevalsclub, Handarbeits- und Keramikzirkel, Seniorengruppen oder man trifft sich einfach mal einmal im Monat zum Kaffeeklatsch im Bürgerhaus!

Die altbekannten Institutionen, in denen in unserer Gesellschaft Gemeinsinn zum Ausdruck kam, die Wohlfahrtsverbände und Kirchen, die Parteien und Gewerkschaften, sie bleiben wichtig. An Bedeutung gewinnen jedoch die eben beschriebenen kleineren Initiativen, die sich für zeitlich befristete Projekte einsetzen, sich einem bestimmten konkreten Ziel widmen und die ohne traditionelle Strukturen und Hierarchien auskommen.

Viele Engagierte möchten ein für sie persönlich wichtiges Ziel erreichen oder ihre Erfahrungen und Kenntnisse erweitern. Sie suchen in ihrem Engagement eine Erfüllung und stehen dazu, dass sie nicht nur anderen helfen, sondern damit auch etwas für sich selbst tun wollen. Wobei der Nutzen, den sie aus ihrer Freiwilligenarbeit für sich ziehen, durchaus darin bestehen kann, etwas zu lernen oder Zugehörigkeit zu erleben. Es gehört für sie dann zur Selbstverwirklichung, eine Aufgabe im Gemeinwesen zu übernehmen.

Eine Studie des Familienministeriums förderte des Weiteren zutage, dass eine Reihe von nicht ehrenamtlich tätigen Menschen sich vorstellen könnte, demnächst oder unter bestimmten Bedingungen freiwillige Arbeit zu leisten. Offenbar wartet eine nicht unbeträchtliche Zahl von Bürgerinnen und Bürgern darauf, auf einen potenziellen Einsatz angesprochen oder auf ein mögliches Tätigkeitsfeld hingewiesen zu werden. Ich jedenfalls finde es ermutigend, dass es eine Reihe potenziell Interessierter gibt, die in gemeinnützigen Organisationen oder Initiativen tätig werden könnten. Denn ein Gemeinwesen lebt davon, dass sich seine Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwohl engagieren. Ehrenamtliche Tätigkeit ist gefragt - bei denen, die sie leisten, bei den Verbänden und Organisationen, die freiwillige Helfer brauchen und bei denen, für die sie bestimmt ist. Und es ist zu erwarten, dass ehrenamtliche Tätigkeit in Zukunft noch gefragter ist - angesichts angespannter Haushaltslagen und eines Wandels in unserem Sozialsystem.

Wenn wir uns die ganze Palette der Freiwilligenarbeit vor Augen führen, wird deutlich, dass die Bedeutung des Ehrenamts gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Unsere ganze Gesellschaft kann nur so funktionieren, wie sie funktioniert, weil es ehrenamtlich Tätige in großer Zahl gibt. Vor allem im sozialen Bereich stünden viele Menschen allein und hilflos da, wenn es keine Bürgerinnen und Bürger gäbe, die in ihrer Freizeit da anpacken, wo Hilfe gebraucht wird. Ganz gleich, wo sie sich engagieren - die ehrenamtlich Tätigen beweisen Solidarität und Gemeinsinn und führen damit ein Stück gelebte Demokratie vor Augen. Denn jede Demokratie ist darauf angewiesen, dass die Bürgerinnen und Bürger Aufgaben für die Gemeinschaft übernehmen. Allerdings sollten ehrenamtlich Tätige keine Lückenbüßer spielen müssen oder bloß eingesetzt werden, weil nicht genug Geld da ist, um hauptamtliche Kräfte einzustellen. Freiwillige Helfer wollen vielmehr von den Organisationen, für die sie tätig werden, in ihrem Wunsch, sich zu engagieren, ernst genommen werden.

Freiwilligenarbeit ist ein Beispiel dafür, wie Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für ihre Gesellschaft übernehmen und sich aktiv dafür einsetzen, wie sie leben wollen oder was sie für richtig und wichtig halten. Und nicht zuletzt legt ehrenamtliche Tätigkeit ein Zeugnis dafür ab, dass Werte wie Mitmenschlichkeit und Solidarität auch heute noch gelten.

Der heutige Tag ist dazu da, auf die Bedeutung von Freiwilligenarbeit hinzuweisen. Und er könnte dazu beitragen, Freiwilligenarbeit weiter aufzuwerten: als einen wichtigen Bestandteil sowohl der individuellen Lebensplanung wie des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Als sinnvolle Tätigkeit für den Einzelnen wie für die Gesellschaft ist nicht nur bezahlte Erwerbsarbeit anzusehen, sondern jedes Wirken, das den Menschen etwas bringt. Es ist immer wieder schön zu erleben, dass Bürgerinnen und Bürger, die zu dieser Veranstaltung eingeladen werden, sich über ihre Auszeichnung wundern, weil ihre Tätigkeit für sie doch zur Selbstverständlichkeit gehört. Aber wir sehen das nicht alles als selbstverständlich und schätzen ihre Arbeit sehr!

Nun gestatten Sie mir, die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger vorzustellen. (…) Ich begrüße:

• Hans Dieter und Anita Sodmann
• Rüdiger Schwartz
• Johanna Beutin
• Regine Zimmermann
• Margitta Ruhnke
• Helmut Mews
• Arno Harpeng
• Ilse Bürth
• Hildegard Pegler
• Dirk Brümmer
• Bärbel Militzer
• Ingeruth Opp
• Evelyn Hingst
• Lieselotte Rebohm
• Birgit Schmidt
• Karin Dziellack
• Matthias Frank
• Stefan Schwartz
• Jürgen Prokof
• Thomas Peters
• Andrea Rosenbaum
• Gertraude Ohm
• Birgit Leupold
• Uwe und Marion Sabetzki
• Claudia Riwaldt
• Dennis Burmeister
• Doris Pietschke
• Peter Schultz
• Marion Markhof
• Jörn-Uwe Krafft
• Ingo Bürth
• Gabi Penzien
• Simone Pagenkopf

Alle noch nicht erwähnten anwesenden Gemeindevertreter der Gemeinde Gielow

• Volker Friedrichs (CDU)
• Ellen Wolter (CDU)
• Hartmut Müller (CDU)
• Dr. Rolf Pietschke (SPD)
• Kerstin Sievert (WGG)
• Hartmut Schmidt (WGG)
• Denis Wagenknecht (WGG)

Der Tag des Ehrenamts ist dazu da, die Leistungen der Menschen, die im Hintergrund wirken, zumindest einmal in den Vordergrund zu rücken. Und er ist natürlich dazu da - wie es auf dieser Veranstaltung geschieht - den ehrenamtlich Tätigen für ihr Engagement zu danken.

Sonderehrungen

• Hildegard Pegler
• Bärbel Militzer
• Lieselotte Rebohm
• Familie Sodmann
• Familie Sabetzki
• Johanna Beutin
• Volker Friedrichs
• Dennis Burmeister


Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend!
Ich danke Ihnen!

Udo Kahlert,
Bürgermeister der Gemeinde Gielow

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 23. Februar 2017 um 07:58 Uhr