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„Gallische Dorf des Fußballs“ feiert den Klassenerhalt

Kummerow. Es müssen nicht immer die großen Meisterschaften oder Pokalsiege sein, um den Trainer mit Bier zu überschütten oder den Champagner spritzen zu lassen. Champagner war ohnehin nicht im Spiel, aber ein kühles Blondes gönnten sie sich dann schon die Fußballer von Rot-Weiß Kummerow. Und sie hatten allen Grund dazu. Auch wenn es keine Trophäe für die Vereinsvitrine war, die die Kicker mit nach Hause brachten.

Am 29. Mai haben die Mannen von Trainer Herbert Breu mit einem 3:2 Auswärtssieg gegen Burg Stargard den Verbleib in der Landesklasse perfekt gemacht. Und das ist alles andere als selbstverständlich. Im gesamten Altkreis Malchin sind die Rot-Weißen das einzige Team aus einer Landgemeinde, das so hochklassig unterwegs ist. Kein Wunder, dass Kummerow in der Region schon als das „gallische Dorf des Fußballs“ bezeichnet wird. Denn wer ein bisschen was von dem Sport versteht, der weiß sicherlich, wie schwer es ist, gerade auf einem Dorf eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bringen, die den Ansprüchen der Landesklasse gerecht wird. Personalsorgen, wie sie andernorts an der Tagesordnung sind, kennt Trainer Breu nicht. Ganz im Gegenteil. Sein Kader zählt stolze 21 Mann, zu den Trainingseinheiten folgen zweimal in der Woche 13 bis 16 Fußballer den Anweisungen des Übungsleiters. „Da lassen sich natürlich Spielzüge und Kombinationen sehr gut einstudieren, da kann man aus dem Kader eine schlagkräftige Mannschaft formen“, erzählt Trainer Breu. Der Fußball – er ist in Kummerow eine Institution. Zu den Heimspielen des FSV stehen in aller Regel bis zu 100 Zuschauer am Spielfeldrand. Ohnehin gehört die Spielstätte der Rot-Weißen mit der idyllischen Lage am Kummerower See zu den schönsten weit und breit. Und damit nicht genug. Mit dem Bau des neuen Sportlerheimes – der Rohbau ist bereits abgeschlossen und der Dachstuhl aufgesetzt – werden sich die Bedingungen für die Sportler ab Herbst noch einmal verbessern. Fußballerherz, was willst du mehr. Bei aller Freude über den Klassenerhalt, ganz ohne Kritik kommt Trainer Breu mit Blick auf die zurückliegende Saison dann aber doch nicht aus. „Wir haben in der abgelaufenen Spielzeit drei gelb-rote und eine rote Karte kassiert. Und das zum größten Teil wegen Meckerns. In der Hinsicht müssen sich die Spieler künftig besser im Griff haben und daran werden wir arbeiten“, kündigt er an. Und noch etwas steht auf seiner Agenda für die kommende Spielzeit. Auf heimischem Platz sollen in der nächsten Saison deutlich mehr Punkte eingefahren werden. Vor dem letzten Spieltag waren es gerade mal zehn Zähler, die man im eigenen Stadion ergattern konnte, auswärts immerhin vierzehn. „Ich glaube die Spieler setzen sich vor der heimischen Kulisse zu sehr unter Druck und dann bringt die Mannschaft oftmals nicht die Leistung, die sie für gewöhnlich locker abrufen kann. Das klappt bei Auswärtsspielen besser“, weiß der Trainer. Mit einem Durchschnittsalter von 24,7 Jahren gehört die Kummerower Mannschaft zu den jüngsten Teams in der Landesklasse. Und das stimmt Trainer und Vereinsvorstand sehr optimistisch, dass die Spieler den Leuten im Dorf und den Fans in der Region noch lange viel Freude machen werden. Und das natürlich auch in Zukunft in der Landesklasse

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 08. Juni 2010 um 08:47 Uhr